Bei Handy-Verträgen entscheiden sich Nutzer im Jahr 2011 zwischen einer Flatrate mit festem Vertrag, einem Prepaid- oder einem Postpaid-Tarif. Die Tarifvielfalt ist sehr groß, wohl kaum sonst irgendwo gibt es so viele Möglichkeiten der Preisgestaltung. Das ist unübersichtlich, birgt aber auch den Vorteil, den individuell passendsten Tarif zu finden.
Der Festvertrag mit Flatrate
Einen Festvertrag bieten sämtliche Telekommunikationsunternehmen mit Flatrate an, die Laufzeit der Verträge beträgt in der Regel 24 Monate. Die Handys selbst werden dabei nach wie vor subventioniert, sie kosten nichts oder einen Euro, lediglich bei neuen Geräten wie (im November 2011) dem Samsung Galaxy S4 werden höhere Kosten fällig. Eine beliebte Variante sind die Handy-Bundles, bei denen zum Handy-Vertrag und dem Handy selbst noch eine attraktive Zugabe gewählt werden kann, wobei zwischen Bargeld über Spielekonsole, Notebook oder LCD-Fernseher bis zum Motorroller sehr viele Varianten möglich sind. Die Flatrate wird dabei natürlich teurer. Einen Zwitter zwischen den herkömmlichen Minuten-Tarifen und der Flatrate bilden die Tarife mit Kostenbremse, bei denen unterhalb eines bestimmten Limits minutengenau abgerechnet wird, ab einem bestimmten Volumen bleibt der Preis konstant. Das hört sich gut an, muss aber nicht günstiger sein als eine Flatrate.
Prepaid und Postpaid
Bei beiden Varianten gibt es keinen Vertrag, keine Laufzeiten oder Kündigungsfristen. Die Prepaid- und Postpaidtarife sind noch relativ jung, Vorreiter waren im Jahr 2007 Anbieter wie Fonic, sie könnten sich aber mittel- und langfristig als echte Sparalternative durchsetzen. Vor allem den Wegfall der Vertragsbindung dürften viele Kunden als äußerst vorteilhaft empfinden. Die beiden Tarife unterscheiden sich prinzipiell durch den Zeitpunkt und die Art der Bezahlung, wie schon aus den Bezeichnungen hervorgeht.
-Beim Prepaid-Tarif wird eine Karte vorab aufgeladen (online, durch Guthaben-Karten oder Barzahlung an Tankstellen, Kiosken, in Telefonshops) und dann abtelefoniert.
-Beim Postpaid-Tarif werden die Kosten nach exakter Abrechnung monatlich vom Konto abgebucht.
Beide Tarifen ist die wegfallende Vertragsbindung gemeinsam, ebenso die minutengenaue Abrechnung, wobei im Dezember 2011 die meisten Anbieter 8 oder 9 Cent pro Minute verlangen. Es gibt darüber hinaus Flatrates, zum Beispiel ins eigene Netz, ins Festnetz und als Daten-Flatrate. Diese Kombination macht die Tarife im Grunde unschlagbar. Sie haben sich nur deswegen noch nicht flächendeckend durchgesetzt, weil im Tarifdschungel den Kunden die Informationen fehlen und viele Menschen einfach aus Bequemlichkeit bei ihrem gewohnten Telefonanbieter bleiben. Es ist aber zu erwarten, dass der Trend zu Prepaid- und Postpaid-Tarifen geht. Die Anbieter werden den Komfort weiter verbessern und die Preise noch weiter senken, die jetzt schon – allein durch Bonusaktionen – teilweise astronomisch günstig sind. Bislang existieren keine subventionierten Handys zu den Tarifen, aber vielleicht möchten Kunden das in Zukunft nicht mehr unbedingt. Das hängt von der Entwicklung auf dem Handymarkt (für die Geräte) ab.